Naturthemen sind manchmal doch politisch, hochpolitisch sogar:
Gesucht – gefunden, lange nach Goethe oder: nicht gesucht und doch gefunden, I, II und III
Tauberbischofsheim vom Bismarckturm aus gesehen, Juni 2026
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Gesucht – gefunden, lange nach Goethe oder: nicht gesucht und doch gefunden, I
Ich ging im Walde
So für mich hin
Und nichts zu suchen
Das war mein Sinn[1].
Gesucht hatte ich nicht nach dem, wonach nicht nur der Philosoph suchen, zumindest fragen sollte neben anderen braven Staatsbürgern im guten und gerechten Staat, nach der Wahrheit, denn das tat ich lange Jahre oft und vergebens, sondern nur nach meinem Hut[2], den ich auf der Suche nach dem Stein[3] kurz davor verloren hatte!
Gefunden habe ich dann, neben einer ganzen Fülle von Motiven, die ausreichen für einen dicken Roman, ein Versteck, eines, das es in sich hatte und mir einige unerquickliche Tage und Nächte bescherte, im Dilemma, das Gefundene zu melden oder auch nicht, weil es mit dem gültigen Recht wahrscheinlich kollidierte, nach mehr aber mit dem eigenen Ethos und der staatsbürgerlichen Pflicht.
Das Versteck oder: wenn man findet, wonach man nicht gesucht hat -
Gesucht – gefunden, lange nach Goethe oder: nicht gesucht und doch gefunden, II
Da Steine schwer sind, wenn man sie heimtragen muss aus dem Feld oder aus dem Wald, um daheim einen steinernen Garten anzulegen für Eidechse, vielleicht sogar für die Schlange, noch mehr aber für sich selbst, eine Stätte der Ruhe und der Kontemplation begründend, wo man unter Pflanzen meditiert, die auch Kräuter und Heilpflanzen sind, schaut man sich den Stein sehr genau an und wählt bedächtig aus, was man dann doch mitnimmt.
Also prüfte ich einen Stein am Hang und gleich am Wegrand fast neben einer Bank, der meine Aufmerksamkeit erweckt hatte, einen lichten, weißen Sandstein im grünen Gras, hob ihn auf, betrachte ihn näher – und sah dann hinter den einen Stein noch einen zweiten, dunkel, weniger interessant für mich, doch einen Teil des Erdloch verdeckend, eine natürliche Erdhöhle der winzigen Art, mit dem, was in ihm war und aus in welchem mir bei noch genaueren Hinsehen – unnatürlich provozierend – ein Stück Plastik entgegenschimmerte im Sonnenlicht.
„Hat hier ein guter deutsche Staatsbürger seinen Plastikmüll entsorgt oder auch einer von Merkels Gästen“, fragte ich mich im Stillen, ohne Lust, danach zu greifen, nachdem ich schon so viel Glas- und Plastikfüll fotografisch dokumentiert und auch ins Netz gestellt hatte – für andere, die nicht in die Natur gehen, aber an die Wohlbestelltheit ihres Vaterlandes glauben wie an den lieben Gott im hohen Himmel.
In dem Loch ein schwarzer Behälter, rund, mit Anhänger, der Geldbombe nicht unähnlich, die man bei Banken einwirft in das Nachttresor!
Und ich, auch lange nach Goethe, ein „Schatzgräber“, der auf einen Schatz gestoßen war, nach dem er nicht gesucht hatte, vielmehr nur nach ganz bescheidenen Steinen?
„Arm am Beutel, krank am Herzen“, ein Goethe-Wort, das ich über die Anklageschrift[4] in Buchform aus dem Jahr 2018 gesetzt hatte, noch bevor die schwere Krankheit kann und ohne von dieser – auch nur – intuitiv – zu wissen, es stimmte noch, auch setzt, fast sechs Jahre nachdem die Heimsuchung fast schon überwunden war!
Doch war darin ein Schatz? Oder doch nur die Regenwürmer des Famulus Wagner aus Faust?
Überrascht und unschlüssig drehte ich das Verborgene in meinen Händen hin und her, legte es schließlich zurück, mit den beiden Steinen, um meines Weges zu gehen, auf der Suche nach dem verlorenen Hut und anderen Steinen, sinnend weiter schreitend dem nahem Weinberg entgegen, wo ich das tote Reh entdeckt hatte.
Doch schon nach ein paar Schritten kam ich zurück, mehr von der Pflicht angetrieben als von schierer Neugier, von Habgier gar, mich fragend: was ist in der Bombe aus schwarzem Plastik, die ich gleich abgelichtet hatte – mit den Stein und dem Loch, das die Natur dort geschaffen hatte, doch als Versteck, das von jedem Hund zu erschnüffeln war, der dort vorbeikam auf dem Pfad, der auch von Spaziergängern und Joggern oft genutzt wird, der also öffentlich ist, auch für ein Versteck in der Öffentlichkeit, auf das niemand kommt? Sehr clever oder doch nur dumm?
Die Gedanken kreisten – und des Rätsels Lösung stand kurz vor dem Lüften: der Pudels Kern offenbarte sich im Aufschrauben: noch mehr Plastik, zehn, zwölf Beutelchen vielleicht – und darin, nein, keine Regenwürmer für den Angler oder das Labor, sondern ein Glücklichmacher der modernen Zivilisation, wahrscheinlich aus Afghanistan, mitgebracht von Merkels Gästen oder aus dem Coffee-Shop aus Holland, im Internet bestellt?
Was war das, was meine Augen erblickten?
Hasch?
Marihuana?
Ein Rauschgift, ein altes der bewährten Art, von welchem schon einige meiner Kommilitonen vor über Jahrzehnten guten Gebrauch gemacht hatten, um auf neue Erkenntnisse zu kommen, auf Inspirationen für die Wissenschaft und auf eine Bewusstseinserweiterung für sich selbst, wobei bald darauf – und im Bund mit Alkohol – zwischen Freund und Feind nicht mehr zu unterscheiden war?
So hatte ich es selbst erlebt, in England, unter Freunden – und seinerzeit die Konsequenzen daraus gezogen, im Abschied von solchen Freunden - nie Rauschgift anrührend, aber wohl erkennend – und auch das im nahen Umfeld – was die Droge aus Menschen macht, nicht nur der primitive Alkohol als der Geist aus der Flasche, sondern auch versteckt in sündhaft überteuerten Medikamenten mit Opiaten zur Last der Allgemeinheit.
Marihuana-Konsum wurde jüngst erst legalisiert in Deutschland!
Also wer versteckt hier etwas, was legal ist?
Das fragte ich neben den hundert anderen Fragen, die mich noch Tage hindurch quälten, immer wieder borbeikommend und nach dem verborgenen Schatz schauend, unschlüssig, die Sache dem Freund und Helder zu melden?
Womit hatte ich es hier zu tun?
Mit einem Dummen-Jungen-Streich, nicht anders, als ich ihn hier unter den Bismarck-Turm schon erlebt hatte, vor zwei Jahren an einem Wintertag, als mir bei reiner Luft – den freien Atem hebend – der Marihuana-Duft in die Nase stieg, ein Duft, den man nie vergisst, wenn man ihn einmal unfreiwillig mit inhaliert hat – unter Freunden!
Es war mir seinerzeit peinlich, die drei Jungs anzusprechen mit einem „Das riecht man!“
Auch zeigte ich das nicht an!
Und jüngst vor Tagen, hier auf der Bank, am Viadukt, keine 100 Meter von meiner Haustür entfernt, dort, wo das Beet ist, der „schöne Ort“, als Abort für deutsche Übermenschen oder für Merkels Gäste, die es noch archaisch lieben, wie daheim: drei Jugendliche, nein, nicht die Friedenspfeife rauchend in der Zeit der Kriege, der politisch nicht mehr korrekten Kriege und der Dekapitation, sondern einen Joint, friedlich, ungeniert, mich vorwurfsvoll anblickend, schließlich hatte die deutsche Bundesregierung dieses Prozedere doch legalisiert?
Melden oder nicht melden!
Das war die Frage, die mich, gleich der „Plackerei“ des alten Goethe, mich fortan quälte bei Tag und Nacht?
Hatte ein Dealer sich hier – in der Öffentlichkeit der Natur – ein Versteck eingerichtet, das gut zu erreichen war, kaschiert als Wanderer, wen auch nach Marihuana duftend?
Begab ich mich das in des Teufels Küche – und exponierte ich mich selbst, wenn ich mich - als einer, der nur nach Steinen suchte und nach meinem braunen Tirolerhut – mit Kriminellen aus der Drogenszene anlegte, freiwillig unfreiwillig?
Die Tage gingen ins Land – und ich, der schon so viel gefunden hatte, nach dem er nicht suchte, das tote Reh, die zermalmte Blindschleiche, den halben Hirschkäfer mehrfach, schließlich den toten Marder, kam allmählich zu der Überzeugung, diese freche Tat doch melden zu müssen, denn ein Dummen-Jungen-Streich, war das nicht, noch das ungenierte Agieren der drei anderen im Schutz der Legalität, sondern einfach eine kriminelle Sache, der professionell nachgegangen werden musste!
Schließlich ist - das harmlos erscheinende- Haschisch eine Einstiegsdroge für Kokain und Heroin, die süchtig machen und Menschen in den Tod treiben kann, schwache Menschen in der Abhängigkeit, die wehrlos sind, den Verbrechern einfach ausgeliefert.
Noch vor dem Gang zum Freund und Helfer, der keine 200 Meter entfernt hier vor meiner Haustür werkt und wirkt, umgeben von majestätischen Königskerzen an der Rückwand, wahrscheinlich des Rätsels Lösung und
des Pudels Kern in natürlicher Offenbarung: oder „Kannitverstan!! Ein Afghane?
Gesucht – gefunden, lange nach Goethe oder: nicht gesucht und doch gefunden, III
Leibhaftig stand der Bursche, nein, nicht vor mir, einige Tage nach der Entdeckung des Verstecks und den quälenden Zweifeln des Gewissenmenschen im Dilemma, der jungen Menschen keinen Ärger bereiten will, weil er die Freiheit des Individuums über die Interessen des Staates, vor allem der Staatsräson stellt in anderen Bereichen, sondern hinter mir, unweit der Bank, inmitten der Natur:
„Sie fotografieren die Stadt“,
fragte er mich in einem einigermaßen korrekten Deutschen, in meinem geliebten Deutsch Goethes, wenn auch mit einem ausländischen Akzent, vielleicht verwundert darüber, weshalb ich mich gerade dort herumtriebe und nicht anderswo.
Ich fotografierte – zum wohl hundertsten Mal – zwar nur das berühmte Kirchlein im Ortsteil von Tauberbischofsheim, in Dittigheim, das der Erbauer der Würzburger Residenz und des Käppele an meinem alten Wirkungsort Würzburg erreichtet hatte, seinerzeit, mit der Treppe auf dem 50-Mark-Schein der Deutschen, aus guter Fern-Perspektive und an einem sonnigen Tag, nicht die ganze Stadt, die auf der anderen Seite lag, doch das interessierte den – vielleicht schon Hiergeborenen oder erst - seit Merkels Coup - Hinzugekommenen[5] – wohl kaum.
Also holte ich – fast schulmeisterlich – aus, um dem Fremden, der vielleicht hier schon heimisch war, zu erklären:
„Das ist ein bekanntes Bauchwerk des Balthasar Neumann, der auch den schönsten Pfaffenhof Europas, so Napoleon, gebaut hat, für den Fürstbischof, und später auch für andere, die in den heiligen Hallen dort Philosophie durchaus studierten, im redlichen Bemühen, bei Tag und in der Weinstube bei Nacht!“
Eine Antwort erhielt ich auf diesen Diskurs nicht, dafür aber einen konsternierten Blick, der vielleicht sagen wollte – und mit Peter Hebel, über den man ihm Hubland am Galgenberg sogar ein Seminar abgehalten hat[6], „Kannitverstan!!
Angesprochen hatte mich ein junger Mann zwischen 20 und 30, was ich auch der Polizei zwei, drei darauf so schilderte, in einer echten „Vernehmung“, die kein „Verhör“ war wie früher in der roten Diktatur, nachdem ich mich zur einer Art Anzeige entschlossen hatte, doch ohne ein Denunziant zu sein, nur so, im Interesse der Allgemeinheit und als guter deutscher Staatbürger, eine Person, die durchaus ein Sizilianer hätte sein können, aus Corleone vielleicht., ein Araber, aus dem Libanon, wo manche Verbrecher-Clans herstammen, vielleicht, oder eben ein Afghane, die es in Deutschland reichlich gibt, schon seit meinen Studientagen in Freiburg, 1983, wo sie später als „brutale Vergewaltiger und Studentin-Mörder Schlagzeilen machten, bundesweit, vor allem aber, seitdem – nach Lichtgestalt Peter Struck aus der SPD und dem Kabinett des schmierigen Kanzlers Schräder - Deutschlands Freiheit am Hindukusch verteidigt wird.
Der Bursch duftete schier nach Marihuana!
Wer diesen spezifischen Geruch einmal in der Nase hat, der wird diesen auch nicht mehr los, auf des Pudels Kern hindeutend – und auf das Versteck, aus dem er sich wohl bediente, für den Eigenbedarf, aber auch für den Handel im Ort, den es auch heute überall gibt, was mir die Polizei bestätigte, auch als Szene in der deutschen Kleinstadt der weltberühmten Fechter[7].
Hatte ich einen Dealer vor mir, einen kleinen Ganoven oder das Mitglied eines Netzwerks für Drogen, das auch andere Kaliber bereithält, Kokain, Heroin, synthetische Drogen?
Ich konnte nicht wissen, wer er war – und er konnte nicht wissen, was ich wusste!
Also ging ich meines Wegs und überließ den – vielleicht selbst schon Abhängigen und Süchtigen seinem Schicksal -oder seinem Geschäft, doch mehr und mehr mit dem entscheidenden Entschluss, diesem Geschäft der Abhängmachung von jugendlichen und Schwachen ein Ende zu setzen – bei dem Freund und Helfer vor der Haustür, was dann auch so geschah, in Wort und Bild!
Bald darauf sah ich zwei Gestalten in Uniform durch den Wald gehen, hinab, der Stadt entgegen, nach erledigter Mission!
Den schon auf dem Hinweg hatte ich – immer noch auf der Suche nach dem Hut und den Steinen für den steinernen Garten – etwas bemerkt:
das Loch war leer!
Die Steine waren noch da – wie der biblische Grabstein im Neuen Testament, doch der Seligmacher war weg, der Gott der neueren Tage, der Glück bringt, den Schwachen, die ohne Willen sind, ein Glück, das der deutsche Staat ihnen nicht neidet[8]., ja, es möglich macht, als Weg zu noch Mehr Unheil und enormen Kosten für die Allgemeinheit, wenn die Süchtigen in der Klinik landen, in der Anstalt oder gar im Gefängnis, also in einer Einrichtung, die ich - aus eigener Anschauung heraus - kenne, die ein menschenwürdiger Unort ist – mit Folter und Demütigungen aller Art und ohne Freiheit.
Solches aber kann der mündige Staatsbürger verhindern, indem er agiert – für alle!
[1] Das ganze Gedicht hier:
Ich ging im Walde
So für mich hin
Und nichts zu suchen
Das war mein Sinn.
Im Schatten sah’ ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.
Ich wollt’ es brechen,
Da sagt’ es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
Ich grub’s mit allen
Den Würzlein aus
Zum Garten trug ich’s
Am hübschen Haus.
Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.
JOHANN WOLFGANG VON GOETHE
1813
[2] Vor einem Monat, am 13. Juni, machte ich den Auftakt zu dieser Story mit dem Beitrag:
Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Denker mit Hut
[3] Carl Gibson: Werke und Schriften, Online-Edition: Der steinerne Garten, der auch ein Kräutergarten ist,
[4] Carl Gibson: Werke und Schriften, Online-Edition: Der steinerne Garten, der auch ein Kräutergarten ist,
Siehe auch das Zitat dort!
[5] Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Die „Hiergeborenen“ und die „Hinzugekommenen“ - Wie halten es beide Sozialdemokaten mit der „deutschen Identität“? Wie die „vaterlandslosen Gesellen“ der rotgrünen Art über Sprach-Manipulation alles Deutsche aus dem Bewusstsein der Deutschen tilgen
[6] Nämlich der
Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Der Fronleichnam-Professor
Der seinerzeit, 1991, meine akademische Freiheit und mein Seminar über den“ jungen Goethe“ gestoppt hat, meine Lehre verhinderte und mich - de facto - von der Uni Würzburg so vertrieben hat, auch meine Dissertation aus formalen Gründen blockierend – mit dem Buch über Lenau, 1989 publiziert, zwei Jahre vor meinem akademischen Abschluss, ein Werk mit Wirkung, das man an 200 Universitätsbibliotheken in aller Welt findet.
[7] Die gerade heute, am 10. Juli und zum Stadtfest, an dem ich aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte, auf 60 Jahre olympische Erfolge zurückblicken können. Es soll eine große Feier gewesen sein!
Als ich hier, um 2008, eine Lesung abhielt, weil Freunde es so eingefädelt hatten und wollten, aus der „Symphonie der Freiheit“, 2008, Band 1, war ich noch Mergentheimer.
Ab 2018 zog ich dann hierher:
[8] Diesen – längst überfälligen – Entwurf hier, der mich möglicherweise auch existenziell in Gefahr bringt, dessen Ereignisse ich aber auch schon andeutete in Beiträgen und in seltenen Gesprächen mit Bekannten vor Ort, veröffentlich ich heute: zwecks meiner seelischen Entlastung, behalte mir aber vor, bei dieser – sehr komplexen – Sache noch ins Detail zu gehen, auch einige Essays nachreichend, die sich auf das nicht alltägliche Ereignis beziehen, das für die Profis vor Ort jedoch keine große Aktion ist, sondern Alltag in Deutschland.
| Ameisen unter dem Stein mit Eiern |
| Carl Gibson heute, aktuell,. Juni 2026 im Blütenmeer der Mohnblumen |
Wer einen Stein umdreht, aufhebt, näher betrachtet,
dem ergeht es manchmal wie dem Bibel-Leser:
er findet dort Dinge, nach den denen er eigentlich nicht gesucht hat, Beglückendes, das ihn erhebt, und tief Trauriges, was ihn ihm zurückwirft, auch Verbotenes, das nur andere beglückt, oft aber auch Neues, Erkenntnisreiches aus dem bunten Buch einer wahrlich göttlichen Natur, das für viele unnatürlich oder in der Un-Natur lebenden Zeitgenossen nur ein Buch mit sieben Siegeln ist und auch bleiben wird, wenn der Natur-Begriff ebenso fehlt wie die bewusste Anschauung der Natur.
Steine hob ich schon viele auf, früh in der Kindheit, auch jetzt, den steinerden Garten gestaltend und der allmählich Form annimmt, mir die vertraute Provence wieder näherbringend und die ferne Kultur der Japaner mit ihren Gärten der Kontemplation und Selbstbesinnung, die ich noch nicht aus dem eigenen Erleben heraus kenne.
Insekten haben es mir inzwischen angetan, gleich Ernst Jünger, der im Alter Käfer beobachtete, nachdem die Zeit der Kriege vorüber war und die der deutschen Helden in den Kriegen, auch die weite Welt der – von mir etwas vernachlässigten – Pflanzen, in welchen, nach Gottfried Benn, das Leben doch gut aufgehoben war, bevor es sich emanzipierte.
Also hob ich einen Stein auf, um auf Ameisen zu stoßen, auf ganz kleine, rote, unter einem dicken Stein, auf die normalen und auf größere, die ihre riesigen Eicher unter einer Sandsteinplatte hegten, die Brut, die Kommenden, ohne Selbstzweck, nur dem Volk dienend.
Die Natter erspähte ich ganz zufällig, doch mit eingeübtem Blick im Blick auf den warmen Stein – und ein Versteck, das von einem auffälligen Stein verdeckt war, an das Hohelied in der Bibel erinnernd und an einen Schatzgräber in Goethes großer Dichtung, der nach goldenen Schätzen gräbt und froh ist, wenn er Regenwürmer findet.
Wer in die Natur geht,
findet oft Dinge, nach denen er nicht gesucht hat, auch Verbotenes, über das er nicht schreiben wird, weil die Freiheit der Einzelnen mit der Bürgerpflicht des Staatsbürgers gegenüber dem Staat kollidiert.
Er findet viele rote Beutel im grünen Gras, die ihm den Appetit vertreiben, selbst auf die roten Kirschen hoch am Baum; und er findet das dort vielleicht das kleine rote Ding, eklig aus dem Gras hochragend unter dem grünen Baum, welches die moderne Frau, die den Mann nicht braucht, nötig hat, um selbst zum Zweck zu gelangen – und zu einem Erdenglück, selbst gemacht, denn selbst ist auch die Frau.
Schnee von gestern? Worüber ich vor Jahren schrieb, ist heute noch da: die roten Beutel sind mehr geworden – und die Glückserfüllung hat neue Formen … mit dem Handy vor der Nase und einer Natur, die nicht mehr erlebt, nur noch gebraucht wird – mit dem Mountain-Bike und laufend, den Knopf im Ohr.
Manchmal stößt der einsame Wanderer auf traurige Dinge, gleich mehrfach auf eines Tagesstour den Waldrand entlang, hin zum kleinen Weinberg und durch den Wald zurück, über Geschichte nachdenkend und über Geschichten, die das Leben schreibt, wenn es lang ist – neben verblassten Denkmälern immer wieder auch auf die Vergänglichkeit[1] des Lebens in der Natur, auf den noch zappelnden Hirschkäfer, dessen Kopf noch da ist, mit Geweih, nachdem ihm wohl ein größerer Vogel den Leib weggefressen hatte, auf die zermalmte Blindschleiche – und auf eine totes Reh im Gras, das vielleicht verenden musste, weil es von dem gespritzten Getreide fraß, von der Gerste, die für Menschen da ist, nicht für das wilde Vieh.
[1] Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: "Es geht dem Menschen wie dem Vieh, so wie es stirbt, so stirbt er auch." Bibel, AT. - Tod und Vergänglichkeit in der Natur ... und in der menschlichen Gesellschaft. Vom Schwinden der Singvögel und vom Dahinscheiden der Menschen in großer Zahl. Ein Pandemie-Essay von Carl Gibson
Der Hut ist weg,
der Kopf aber ist noch da – und am Werk, sich fragend, worüber der noch zappelnde Hirschkäfer nachdenkt, nachdem ihm jemand den nahrhaften Leib weggefressen hat.
Hirschkäfer-Weibchen sind auch noch da, einsam, wie scheint, gleich anderen Weibchen durch die Gegend ziehend, Tierchen, die auch bald sterben werden, nachdem sie ihre Eier ablegten, sich so nur fortpflanzend wie der Mensch – und nach lange nicht hinauf.
Der Hummel gleich, die es ähnlich hält auf ihrem kurzen Weg durch Leben, einen Sommer lang, von Blüte zu Blüte schwebend und im Bereich des Schönen, bleiben sie, ohne von der Schönheit und der Natur zu wissen, was sie sind, Hirschkäfer und Hummeln, ohne abzusinken wie der Mensch im Größenwahn, sich auch noch die Krone der Schöpfung wähnend.
Vertieft in schweren Gedanken, nachdem mein ganzer Blog nun weg ist, 17 Jahre geistige Arbeit einfach ausgelöscht, mit Macht, von Unbekannten, bemerkte ich den Verlust auf dem heiß rauchenden Schädel erst, nach Stunden, als ich aus dem Schatten des Waldes herausgetreten war, in das Licht der blendenden Sonne. Also wiederholte ich den Rundgang nach einer kleinen Stärkung daheim – wie schon früher auf der Suche nach dem grünen Regenschirm im mannshohen grünen Gras – doch das Gesuchte zu finden.
Wo war der Hut?
In der Ewigkeit!?
Dort, wo der Blog auch ist mit allem, was ihm war![1]
Der Hirschkäfer – tot, die Blindschleiche schon zerstückelt auf dem Weg wie ich, das Reh leblos im grünen Gras … nur eine Natter lebte noch, die tot schien an kalten Junitag neben dem warmen Stein. mich andere Schlangen erinnernd, an dämonisierte Schlangen, an echte und falsche und an die Schlange, die schon im Paradies der Bibelschreiber vorkommt, in der Sammlung von Mythen und Mären, mit welcher die abendländische Heuchelei beginnt, vergessend, dass die ein paar Jahrtausend ältere Menschheit lange auch ohne die neuen Götter der monotheistischen Religionen auskam.
[1] Überrascht bin ich nicht, dass man mir in dieser Welt der Rücksichtlosen nun das Mittel genommen hat, als freier Geist und unabhängig aufzuklären, im Dienst an der Wahrheit und für die Allgemeinheit, für Menschen in aller Welt, die sich nicht recht informieren können; noch bin ich verbittert, aber massiv enttäuscht, vor allem, weil ich – nach überwundener Krebs-Erkrankung und als Gensender – neben der investierten Lebenszeit auch noch viel Gesundheit eingesetzt habe, um über 3 Krieg zu schreiben, die das Gesicht der Menschheit heute prägen – auch im Völkermord.
| Weg, Distel ,Stadt. Landschaft .Taubertal |
| Hainbänderschnecke am Baum |
| Kleine rote Ameisen versorgen die Eier unter dem Stein |
| Ameisen unter dem Stein mit Eiern |
| Blume am Wegrand |
| Totes Reh im Gras auf dem Weg zum Weinberg bei Dittigheim, zufällig entdeckt, Fund gemeldet |
| Tauberbischofsheim vom Bismarckturm aus gesehen, Juni 2026 |
| Bismarckturm über Tauberbischofsheim |
| Der Name des deutschen Reichsgründers - verblasst |
| Schachbrett |
| Schmetterlinge auf der Mauer |
Seltene Schmetterlinge
| Natter sonnt sich auf dem Moos neben dem warmen Stein am kalten Junitag |
| Trocken-Natter, scheint tot - ist nicht tot! |
| Natter sonnt sich auf dem Moos neben dem warmen Stein am kalten Junitag |
| Hirschkäfer-Weibchen auf dem Weg |
| Blindschleiche tot |
| Hirschkäfer Weibchen |
| Johanniskraut am Haferfeld |
Der Garten ist bestellt[1], der Gärtner kann gehen
Andere werden nun ausmerzen, was auszumerzen ist, auch mit Herbizid[2]-Bomben, damit das eine Pflänzchen nicht wachsen soll.
Ein Wachstumshemmer wurde gerade abgeworfen über meinen Saaten in diesen Tagen der Vernichtung und Ausrottung von Menschen und ganzer Zivilisationen, Maulkorb[3] und Kastration fast schon vollendend.
Der Flurschaden ist enorm.
[1] Der Beitrag dazu wurde lange schon geschrieben und publiziert, unpolitisch, verbunden mit der Frage dahinter: sollen sich Philosophen aus der Gesellschaft zurückziehen, nach der Forderung des Epikur, im Verborgenen lebend, ohne in den Gang er Dinge einzugreifen. Was wird aus einer Gesellschaft, wenn die Denker schweigen, um das Lügen und Täuschen den Rücksichtlosen aus der Politik zu überlassen?
Obwohl selbst zum naturnahen, kontemplativen Leben in kreativer Abgeschiedenheit neigend, habe ich – als politischer Mensch – das Schweigen der Philosophen immer abgelehnt, da es die Passivität des Einzelnen und die unpolitische wie unkritische Haltung des Staatsbürgers im demokratischen Staat ermutigt und so den Rücksichtslosen in der Gesellschaft die freie Bahn bereitet, anstatt den zynischen Machtmissbrauch bestimmter Akteure zu stoppen.
Vgl. dazu auch:
Mein Werk über die Einsamkeit, einsehbar an der BNP in Paris, an welchem ist fast drei Jahrzehnte arbeitete, war gleich nach dem Erscheinen im Jahr 2015 vergriffen und konnte, überlagert von anderen Buchprojekten, bis zum heutigen Tag nicht wieder aus eigener Kraft neu aufgelegt werden.
[2] Quasi als Antwort auf meine aufklärende Publizistik der nach allen Seiten kritischen Art wie auf den Beitrag:
[3] Seit 2024 haben die Zensur-Maßnahmen gegen meine Blog-Beiträge – wahrscheinlich als Folge meiner kritischen Berichterstattung über den Vernichtungskrieg in Gaza – seht stark zugenommen und kulminieren nun mit der Löschung meines wichtigen Blogs bei WordPress. Mein Protest dagegen geht im Netz fast gänzlich unter.
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