Freitag, 17. Juli 2026

Raupe gegen Königskerze, tierisches Leben gegen pflanzliches, hässliches, ekliges, abstoßendes, obszönes gegen das Schöne angeschaut mit Augen, was hat Priorität – und was sagt der Buddhist dazu, wenn ein Naturfreund die Raupe entfernt, um die Schöne zu retten? Rund um die Königskerze … philosophieren, V

   

Meine Königskerze heute, im Juli 2026



 

 

Rund um die Königskerze … philosophieren

 

1.      Das Erhabene … und die Erhabene

Lenau nennt an einer Stelle drei Erscheinungsformen des Erhabenen: das Hochgebirge, den Ozean und die Musik des vergötterten Beethoven, was ich in jungen Jahren ähnlich sah, ohne noch viel von Mozart gehört zu haben.

Heute ist der absolute erste Platz bei mir doppelt besetzt, gefolgt von Schubert und allen anderen.

In der hiesigen Pflanzenwelt aber erhaben ist die Königskerze, bescheiden aufblühend mit immer neuen Blüten, doch über anderen thronend, königlich, fürwahr!

Wer ihr den Namen gab, vielleicht schon vor Jahrtausenden, musste nicht lange überlegen, nur betrachten, werten und benennen, am höchsten im Irdischen ausgerichtet, am König, der manchmal auch ein Gott sein wollte.


2.     Die Königskerze, immer aufrecht, nur manchmal auch geknickt,

gebeugt von der eigenen Blütenlast, die auch die Aufrechteste[1] niederzieht.

Wer über sich hinauswächst, vom starken Willen angetrieben oder von der Natur so bewegt, der scheitert gelegentlich an sich selbst, die edle Pflanze dem Menschen ein Gleichnis.


3.     Die Königskerze,

mehr als eine Heilpflanze und Metapher: ein Symbol, gleich der Lilie im Wappen.

4.     Die Königskerze- ein Blütenwunder

andere Pflanzen, Bäume blühen einmal, oft nur kurz, dann ist Schluss – die Königskerze, ein Fundus an Blütenknospen, öffnet täglich neue Blüten, um Insekten aller Art anzuziehen, Hummeln, Wildbienen, Käfer, Wesen, auch, um den menschlichen Betrachter zu erfreuen, denjenigen, der noch Freude am Wachstum hat und an den Phänomenen des Schönen.

Wenn einer, einmal verliebt in die Königskerze, von dieser Schönen nicht mehr genug haben kann, immer neue anpflanzt, um sich bald darauf im Blütenmeer zu sonnen, mit den Wespen, die ihm nichts antun, dann ist das aus meiner Sicht gut verständlich.


5.     Raupe gegen Königskerze, tierisches Leben gegen pflanzliches, hässliches, ekliges, abstoßendes, obszönes gegen das Schöne angeschaut mit Augen, was hat Priorität – und was sagt der Buddhist dazu, wenn ein Naturfreund die Raupe entfernt, um die Schöne zu retten?

Höheres Leben gegen niederes – wer will werten?

Wer nützt dem Menschen am meisten, die Schönheit Spendende, die Pflanze, oder die Raupe, die die Königskerze in zwei Tagen kahl frisst, die Erhabene zur Zwergin reduzierend?

Tag für Tag hatte ich sie beobachtet, an den Teichen an der Tauber im renaturierten Bereich, von dem kleinsten Anfängen heraus, immer wieder abgelichtet, Bilder ins Netz gestellt, für andere, die nicht laufen konnten oder wandern und spazieren, so lange, bis sie, mir ebenbürtig, vor mir stand, in voller Blütenpracht – ein wahres Bild der Schöpfung!

Doch dann kamen die Raupen, die Gefräßigen, um das Schöne in kurzer Zeit zunichte zu machen, die hohe, hehre Blume zum Wack, irreversibel, denn diejenige, die oft den Rasenmäher überlebt, kann sich davon nicht mehr aufraffen!

Und doch sind auch die Raupen ein Teil der Schöpfung, gleich der Schlange, von Gott gemacht oder von der Natur, die für viele Menschen, Naturvölker, der Gott schlechthin ist, anbetungswürdig wie die Sonne du das Licht.

Jude und Christ, ohne viel Sinn für die Ehrfurcht und das Leben, schlagen in ihrem religiösen Wahn alles kaputt, Pflanze, Tier und Mensch; Ungläubige, Heiden, sie halten es ebenso, nur die andere Seite verteufelnd.

Und der Buddhist, der die kleinste ehrt und am Leben hält, wie würde er meine tat werten, als ich die Raupen entfernte und in den Teich warf, für die Karpfen dort, um die Schöne zu retten?[2]

 



[1] Manche meiner deutschen Landsleute aus dem rumänischen Banat wurden während der kommunistischen Diktatur nach 1945 und unter Ceausescu „geknickt“, gleich den Rumänen, Walchen und Moldauer, in den Türkenkriegen. Sie blieben gebeugt und fügsam auch später in den Jahren in Freiheit.

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Die Deutschen, inzwischen „ein geknicktes Volk" - und die Banater Schwaben ein Völkchen ohne Ehre?

 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Geknickt aufrecht

Eine „Enthauptete“ unter den Königskerzen sah ich in diesen Straßen auch schon, gleich den Disteln in Goethes Prometheus-Gedicht, doch wohl kaum von Knaben!?

 

  

Meine Königskerze - schönstes Exemplar


Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Die Raupe eines Schmetterlings befällt eine Königskerze am Teich und frisst sie kahl Oder als auch ich einmal Gott spielte, in die Schöpfung eingriff und die letzte Königskerze gegenüber doch noch rettete

Die Blüte der Königskerze

    Bei mir geht es wahrlich königlich zu –

Ich lebe unter Königskerzen und habe Umgang mit Königen, mit Zaunkönigen. Der König kommt am Morgen und geht auch wieder; die Kerzen aber bleiben den ganzen Tag - mit ihrem Gelb der Sonne entgegenleuchtend.


Die Königskerze – majestätisch erhaben, eine Wucht der Urnatur!

Die alten Griechen schon schätzten sie als Heilpflanze.

Spät im Leben erst entdeckte sie, abgelenkt durch viele Dinge, neben der Distel und auf der Suche nach dem einfachen Leben.

Aufrecht und schön in einer Gestalt, darüber hinaus auch noch edel, hilfreich bei Krankheit, also gut – dem Menschen ein Vorbild?

Einige wilde Exemplare dieser Spezies habe ich hier angesiedelt, vor meiner Haustür, der – halbzahmen - Eidechse, die auch hier gerne weilt, eine Freude!



Königskerze - die schönste weit und breit 






Königskerze - die schönste weit und breit





Königskerze, die schönste weit und breit




  

  Der steinerne Garten, der auch ein Kräutergarten ist,

das Angenehme mit dem Nützlichen verbindend, das ist mein Garten, klein, aber fein, im Bonsai-Format!

Das Gärtchen auf nur zwei Quadratmetern nur vor der Terrasse, das langsam Gestalt annimmt, Stein für Stein, Strauch für Strauch, ist er ein Garten Eden für die Eidechse, den Dauergast, der schon vor dem Anlegen der Lebensoase da war; für mich aber ist er eine Beobachtungsplattform in meiner neuen Forschungswelt der Insekten, für Pflanzen und Tiere in kleinsten Lebensform und für Phänomene, die ich in all den Jahren der Naturbeobachtung in freier Wildbahn dort so nicht erleben konnte – die jagende Eidechse, die kletternde Eidechse oder die Wespe, die keine Wespe ist.

Was ich früher nie sah, sehe ich jetzt!

Im Politischen war das so – und in den Bereichen der Natur ist es ebenso, man muss nur genauer hinsehen, um Wesentliches zu erkennen.


      Der steinerne Garten – Ort der Ruhe und der Kontemplation

Die Steine sind schon da, nur das Wasser fehlt, denn hier gibt es keine Quelle.

Hinzufügen muss ich es, Gott mimend, wenn die Wesen kommen sollen, das das Wasser brauchen, um zu leben.

So sitze ich da, beobachte – und sinne nach bei Wasser und Stein: über das Leben und über die Vergänglichkeit allen Lebens.

 

 

Die Blüte der Königskerze

Königskerze

 

Der Zaunkönig und die Königskerze



„Ich bin klein und brauche nicht viel“, sagte der Zaunkönig[1]. „Und immer, wenn ich hier vorbeischaue, im dichten Strauch, finde ich etwas, was ich zum Überleben brauche!“

Was er dort fand, konnte die Königskerze[2] nicht wissen, die Erhabene, die groß war, aber verkannt.

„Meine strahlenden Blüten im Gelb der Provence und der Toskana locken Insekten an, manchmal auch Maler; vor allem stehe ich aufrecht, was mich von den meisten Menschen unterscheidet.“

 





 
Wo Wasser ist, ist Leben

Das sage ich mir täglich, wenn ich den Microkosmos beobachte, eine kleine Welt, die ich mir hier aufgebaut habe, vor der Tür, immer wieder Wasser nachgießend, um Pflanzen wie kleinsten Tieren über die Sommerhitze zu helfen, über den großen Mittag, der alle lähmt, auch den Denkenden, der schreibt.

Drei Auftragswerke verfasste ich über Wasser[1], über das Lebenselixier, ohne dass nichts geht; nicht aus höherer Inspiration oder aus freiem Willen, nur vom Überleben bestimmt in der geistlosen Zeit egomanischer Materialisten.

Hungern kann der Mensch lange, einen Monat sogar, was ich nach eigenen Erfahrungen mit dem Hunger weiß. Ohne Wasser aber ist er – bei allem Öl und Reichtum – nach zwei Tagen tot.

Die Araber in der Wüste, die die kühle Oase lieben, nicht die sengende Sonne im heißen Sand, wissen davon, auch manche Juden; deshalb kämpfen sie für ihr Wasser – mit Öl und Feuer, existenziell …in ferner Erinnerung an die Gärten von Cordoba wie an die sprudelnden Quellen Granadas in der Alhambra.

Mehr als hundert Seiten schrieb Menschheitsgenie Leonardo, der auch über den Stein in Einsamkeit[2] schrieb, über das Wasser.

Nun beißt sich auch bei mir wieder die Schlange in den Schwanz – nach dem Nachdenken über Wasser und den Stein Einsamkeit in Büchern sitze ich nun, fast am Ende meiner Tage, vor dem löchrigen Stein, in Kontemplation, und denke nach über die Wirkung des Wassers und den Stein in der Zeit, beide auf das Leben verweisend.

 




 

Meine Phalanx aus Königskerzen


Steine


Noch ein Stein, Sandstein



Auf der Jagd



 

Insekten-Ansammlung auf der Wilden Möhre 


 

Insekten – mein neues Beobachtungsfeld

Ganz so neu ist es nicht, denn ich beobachte und dokumentiere fotografisch manches aus jenem Bereich schon seit 2011 und stelle Bilder davon ins Netz.

Doch inzwischen – und nicht viel anders als in den drei Kriegen – schaue ich genauer hin und denke gründlicher über das nach, was ich sehe, im Microkosmos wie auf weltpolitscher Ebene.


Biene auf der Kratzdistel


Bienen auf der Kratzdistel - auf der naturbelassenen Wiese



Tagpfauenauge und Biene



Insekten-Ansammlung auf der Wilden Möhre 


      Der Bienenstich – oder: „Du sollst nicht streicheln,

noch sollst du schmeicheln“, sagte sich der Misanthrop, während er seine Handfläche sanft über einen in voller Blüte stehenden Lavendelstrauch gleiten ließ, im Selbstgespräch, lange nach Augustinus.

Streicheln muss der Einsame nur noch sich selbst, wenn er es hält mit Nietzsche, dem wohl Einsamsten und Einsamen, die dichten und schreiben, denn es erhebt, ist sogar notwendig, um zu überleben – das andere aber überlässt er besser den anderen, die sich hinauf schmeicheln, wenn sie sich nicht hinauf schleimen.

Eidechsen und Schlangen lassen sich nicht streichen, noch reagieren sie gemäß der Erwartung, falls man heuchlerisch zu ihnen spricht.

Solcherlei dachte der Einsame, den man zum Misanthropen gemacht hatte, auf dem Weg in die Natur, als ein Bienchen, das sich von der großen Hand bedroht fühlte, zustach, instinktiv, in Abwehr, um sich dann auch noch den widerhakenden Stachel aus dem Fleisch zu ziehen.

Der Unterarm des Einsamen, der auch nur instinktiv gehandelt hatte, indem er streichelte, wo es nichts zum Streicheln gab, nur so, aus einer Erinnerung heraus, und blieb geschwollen einen ganzen Tag, denn das Gift wirkte und lähmte - wie die Gluthitze jener Sommertage ohne Regen - den Geist und auch die Seele, die schwermütig wird angesichts des Leids in der Welt, gemessen an dem der weckende Bienenstich ein Nichts ist.

Also hat man einen Kuchen nach ihm benannt?



Wildbienen
Amerikanische Biene




     Insekten – mein neues Beobachtungsfeld

Ganz so neu ist es nicht, denn ich beobachte und dokumentiere fotografisch manches aus jenem Bereich schon seit 2011 und stelle Bilder davon ins Netz.

Doch inzwischen – und nicht viel anders als in den drei Kriegen – schaue ich genauer hin und denke gründlicher über das nach, was ich sehe, im Microkosmos wie auf weltpolitscher Ebene.


      Das Leben der Hummel ist kurz, es währt nur einen Sommer

Bestehend nur aus Arbeit, doch im Bereich des Schönen, während der Mensch sich die Welt des Schmutzes ausgesucht, ja, für sich vereinnahmt hat, frei nach dem Motto, je schmutziger, desto besser – gleich dem Kothaufen, der Fliegen magisch anzieht.

Emsig fliegt die Hummel von Blüte zu Blüte, prüft schon im Heranfliegen den Duft, stürzt sich hinein in den Kelch mit dem Pollen, nimmt diesen auf, verstaut ihn im Körbchen und bringt das Geerntete heim in das Erdloch, als Einzelne dem Volk dienend, auch ohne Befehl von oben.

Das hat die Natur so eigenreichtet, weise, wie andere meinen – und ohne über die Welt des Schönen nachdenkend, in welcher diese Handlung sich vollzieht.

Sie erlebt das Schöne, wie es ist, im Schaffen, gleich dem denkenden Dichter im Werk, das für den Schaffenden sinnsetzend ist, das ihn aber auch zerstört, wenn man es ihm die Schaffensbedingungen nimmt.

Wie gleicht doch der Aufklärer von heute der Hummel im Flug?

Unermüdlich schafft auch er, summend brummend, bis zu jenem Tag, an dem man ihm das freie Fliegen versagte! Und das Wirken!

Gottgewollt, in dieser freiesten aller Welten!


Hummeln und Schachbrettfalter



Hummeln und Schachbrettfalter


Hummeln und Käfer


Meine halbzahme Eidechse unter Kräutern im steinernen Garten auf der Jagd nach Insekten



 

Weggeworfener Brotlaib im Brehmbach


 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Unser tägliches Brot gib uns heute - Im Auge Gottes: Umweltsünder am Bach, eine neue Geschichte über Müll und Abfall


Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Was den Kindern in Gaza fehlt: das tägliche Brot – hier schwimmt es im Fluss!


Zum Thema: Hunger in der Welt

Aus dem Wald heimkehrend, habe ich es eilig, denn ich trage einen Stein auf dem Rücken, der schwer ist – und meine Kräfte längst nach dem Vier-Stunden Gewaltmatsch den „Berg“ hinan, an den Steinriegeln vorbei, auch noch bei etwas Regen und rutschigem Tonweg. Doch der obligatorische Blick in den Bach am Viadukt neben dem „schönen Ort“, dem – inzwischen verlassenen – Beet, musste sein!

Doch was sahen meine Augen, genau an der Stelle, wo vor kaum zwei Wochen ein deutscher Patriot seinen Schwarz-Rot-Becker aus Pappe oder Plastik entsorgt hatte:

ein Brot, ein ganzes Brot, im Bach,

nicht anders als vor Jahren in der Tauber, wo auch viel Brot im Wasser schwimmt, mehr als Gänse und Ratten fressen können.

Wenn die Rattenplage dann zunimmt, nein, nicht in Hameln, sondern in der Kleinstadt an der Tauber, ist die Verwunderung groß!

Wie es der Zufall will, sah ich dort, wo heute ein deutscher Übermensch und Decadent seinen Überfluss einfach wegwarf oder auch einer von Merkels Gästen, an der gleichen Stelle unter dem Viadukt eine Ratte – vergiftet, in Agonie ihr Leben aushauchen.

Sie zappelte noch im Schmerz, den Rattengift, das wusste auch Agatha Christie, verursacht einen grauenvollen Tod, bei der Ratte, aber auch bei dem Menschen.

In vielen Teilen der Welt herrscht Hunger, Menschen verhungern, weil es dort Kriege gibt, Menschen, die von einem Trump als Müll bezeichnet werden.

In Deutschland ist das „Containern“ angeblich strafbar – das Brot-Wegwerfen aber nicht.

Soviel zu diesem – auch früher hier abgehandelten – Thema in neuer Variation, geschrieben an einem Tag, an dem ich eigentlich pausieren wollte.

 


In Deutschland ist das „Containern“ angeblich strafbar – das Brot-Wegwerfen aber nicht.

Die Königskerze - ein Blütenwunder Rund um die Königskerze … philosophieren, IV

   

Meine Königskerze heute, im Juli 2026



 

 

Rund um die Königskerze … philosophieren

 

1.      Das Erhabene … und die Erhabene

Lenau nennt an einer Stelle drei Erscheinungsformen des Erhabenen: das Hochgebirge, den Ozean und die Musik des vergötterten Beethoven, was ich in jungen Jahren ähnlich sah, ohne noch viel von Mozart gehört zu haben.

Heute ist der absolute erste Platz bei mir doppelt besetzt, gefolgt von Schubert und allen anderen.

In der hiesigen Pflanzenwelt aber erhaben ist die Königskerze, bescheiden aufblühend mit immer neuen Blüten, doch über anderen thronend, königlich, fürwahr!

Wer ihr den Namen gab, vielleicht schon vor Jahrtausenden, musste nicht lange überlegen, nur betrachten, werten und benennen, am höchsten im Irdischen ausgerichtet, am König, der manchmal auch ein Gott sein wollte.


2.     Die Königskerze, immer aufrecht, nur manchmal auch geknickt,

gebeugt von der eigenen Blütenlast, die auch die Aufrechteste[1] niederzieht.

Wer über sich hinauswächst, vom starken Willen angetrieben oder von der Natur so bewegt, der scheitert gelegentlich an sich selbst, die edle Pflanze dem Menschen ein Gleichnis.


3.     Die Königskerze,

mehr als eine Heilpflanze und Metapher: ein Symbol, gleich der Lilie im Wappen.

4.     Die Königskerze - ein Blütenwunder

andere Pflanzen, Bäume blühen einmal, oft nur kurz, dann ist Schluss – die Königskerze, ein Fundus an Blütenknospen, öffnet täglich neue Blüten, um Insekten aller Art anzuziehen, Hummeln, Wildbienen, Käfer, Wesen, auch, um den menschlichen Betrachter zu erfreuen, denjenigen, der noch Freude am Wachstum hat und an den Phänomenen des Schönen.

Wenn einer, einmal verliebt in die Königskerze, von dieser Schönen nicht mehr genug haben kann, immer neue anpflanzt, um sich bald darauf im Blütenmeer zu sonnen, mit den Wespen, die ihm nichts antun, dann ist das aus meiner Sicht gut verständlich.


5.     Raupe gegen Königskerze, tierisches Leben gegen pflanzliches, hässliches, ekliges, abstoßendes, obszönes gegen das Schöne angeschaut mit Augen, was hat Priorität – und was sagt der Buddhist dazu, wenn ein Naturfreund die Raupe entfernt, um die Schöne zu retten?

Höheres Leben gegen niederes – wer will werten?

Wer nützt dem Menschen am meisten, die Schönheit Spendende, die Pflanze, oder die Raupe, die die Königskerze in zwei Tagen kahl frisst, die Erhabene zur Zwergin reduzierend?

Tag für Tag hatte ich sie beobachtet, an den Teichen an der Tauber im renaturierten Bereich, von dem kleinsten Anfängen heraus, immer wieder abgelichtet, Bilder ins Netz gestellt, für andere, die nicht laufen konnten oder wandern und spazieren, so lange, bis sie, mir ebenbürtig, vor mir stand, in voller Blütenpracht – ein wahres Bild der Schöpfung!

Doch dann kamen die Raupen, die Gefräßigen, um das Schöne in kurzer Zeit zunichte zu machen, die hohe, hehre Blume zum Wack, irreversibel, denn diejenige, die oft den Rasenmäher überlebt, kann sich davon nicht mehr aufraffen!

Und doch sind auch die Raupen ein Teil der Schöpfung, gleich der Schlange, von Gott gemacht oder von der Natur, die für viele Menschen, Naturvölker, der Gott schlechthin ist, anbetungswürdig wie die Sonne du das Licht.

Jude und Christ, ohne viel Sinn für die Ehrfurcht und das Leben, schlagen in ihrem religiösen Wahn alles kaputt, Pflanze, Tier und Mensch; Ungläubige, Heiden, sie halten es ebenso, nur die andere Seite verteufelnd.

Und der Buddhist, der die kleinste ehrt und am Leben hält, wie würde er meine tat werten, als ich die Raupen entfernte und in den Teich warf, für die Karpfen dort, um die Schöne zu retten?[2]

 



[1] Manche meiner deutschen Landsleute aus dem rumänischen Banat wurden während der kommunistischen Diktatur nach 1945 und unter Ceausescu „geknickt“, gleich den Rumänen, Walchen und Moldauer, in den Türkenkriegen. Sie blieben gebeugt und fügsam auch später in den Jahren in Freiheit.

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Die Deutschen, inzwischen „ein geknicktes Volk" - und die Banater Schwaben ein Völkchen ohne Ehre?

 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Geknickt aufrecht

Eine „Enthauptete“ unter den Königskerzen sah ich in diesen Straßen auch schon, gleich den Disteln in Goethes Prometheus-Gedicht, doch wohl kaum von Knaben!?

 

  

Meine Königskerze - schönstes Exemplar


Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Die Raupe eines Schmetterlings befällt eine Königskerze am Teich und frisst sie kahl Oder als auch ich einmal Gott spielte, in die Schöpfung eingriff und die letzte Königskerze gegenüber doch noch rettete

Die Blüte der Königskerze

    Bei mir geht es wahrlich königlich zu –

Ich lebe unter Königskerzen und habe Umgang mit Königen, mit Zaunkönigen. Der König kommt am Morgen und geht auch wieder; die Kerzen aber bleiben den ganzen Tag - mit ihrem Gelb der Sonne entgegenleuchtend.


Die Königskerze – majestätisch erhaben, eine Wucht der Urnatur!

Die alten Griechen schon schätzten sie als Heilpflanze.

Spät im Leben erst entdeckte sie, abgelenkt durch viele Dinge, neben der Distel und auf der Suche nach dem einfachen Leben.

Aufrecht und schön in einer Gestalt, darüber hinaus auch noch edel, hilfreich bei Krankheit, also gut – dem Menschen ein Vorbild?

Einige wilde Exemplare dieser Spezies habe ich hier angesiedelt, vor meiner Haustür, der – halbzahmen - Eidechse, die auch hier gerne weilt, eine Freude!



Königskerze - die schönste weit und breit 






Königskerze - die schönste weit und breit





Königskerze, die schönste weit und breit




  

  Der steinerne Garten, der auch ein Kräutergarten ist,

das Angenehme mit dem Nützlichen verbindend, das ist mein Garten, klein, aber fein, im Bonsai-Format!

Das Gärtchen auf nur zwei Quadratmetern nur vor der Terrasse, das langsam Gestalt annimmt, Stein für Stein, Strauch für Strauch, ist er ein Garten Eden für die Eidechse, den Dauergast, der schon vor dem Anlegen der Lebensoase da war; für mich aber ist er eine Beobachtungsplattform in meiner neuen Forschungswelt der Insekten, für Pflanzen und Tiere in kleinsten Lebensform und für Phänomene, die ich in all den Jahren der Naturbeobachtung in freier Wildbahn dort so nicht erleben konnte – die jagende Eidechse, die kletternde Eidechse oder die Wespe, die keine Wespe ist.

Was ich früher nie sah, sehe ich jetzt!

Im Politischen war das so – und in den Bereichen der Natur ist es ebenso, man muss nur genauer hinsehen, um Wesentliches zu erkennen.


      Der steinerne Garten – Ort der Ruhe und der Kontemplation

Die Steine sind schon da, nur das Wasser fehlt, denn hier gibt es keine Quelle.

Hinzufügen muss ich es, Gott mimend, wenn die Wesen kommen sollen, das das Wasser brauchen, um zu leben.

So sitze ich da, beobachte – und sinne nach bei Wasser und Stein: über das Leben und über die Vergänglichkeit allen Lebens.

 

 

Die Blüte der Königskerze

Königskerze

 

Der Zaunkönig und die Königskerze



„Ich bin klein und brauche nicht viel“, sagte der Zaunkönig[1]. „Und immer, wenn ich hier vorbeischaue, im dichten Strauch, finde ich etwas, was ich zum Überleben brauche!“

Was er dort fand, konnte die Königskerze[2] nicht wissen, die Erhabene, die groß war, aber verkannt.

„Meine strahlenden Blüten im Gelb der Provence und der Toskana locken Insekten an, manchmal auch Maler; vor allem stehe ich aufrecht, was mich von den meisten Menschen unterscheidet.“

 





 
Wo Wasser ist, ist Leben

Das sage ich mir täglich, wenn ich den Microkosmos beobachte, eine kleine Welt, die ich mir hier aufgebaut habe, vor der Tür, immer wieder Wasser nachgießend, um Pflanzen wie kleinsten Tieren über die Sommerhitze zu helfen, über den großen Mittag, der alle lähmt, auch den Denkenden, der schreibt.

Drei Auftragswerke verfasste ich über Wasser[1], über das Lebenselixier, ohne dass nichts geht; nicht aus höherer Inspiration oder aus freiem Willen, nur vom Überleben bestimmt in der geistlosen Zeit egomanischer Materialisten.

Hungern kann der Mensch lange, einen Monat sogar, was ich nach eigenen Erfahrungen mit dem Hunger weiß. Ohne Wasser aber ist er – bei allem Öl und Reichtum – nach zwei Tagen tot.

Die Araber in der Wüste, die die kühle Oase lieben, nicht die sengende Sonne im heißen Sand, wissen davon, auch manche Juden; deshalb kämpfen sie für ihr Wasser – mit Öl und Feuer, existenziell …in ferner Erinnerung an die Gärten von Cordoba wie an die sprudelnden Quellen Granadas in der Alhambra.

Mehr als hundert Seiten schrieb Menschheitsgenie Leonardo, der auch über den Stein in Einsamkeit[2] schrieb, über das Wasser.

Nun beißt sich auch bei mir wieder die Schlange in den Schwanz – nach dem Nachdenken über Wasser und den Stein Einsamkeit in Büchern sitze ich nun, fast am Ende meiner Tage, vor dem löchrigen Stein, in Kontemplation, und denke nach über die Wirkung des Wassers und den Stein in der Zeit, beide auf das Leben verweisend.

 




 

Meine Phalanx aus Königskerzen


Steine


Noch ein Stein, Sandstein



Auf der Jagd



 

Insekten-Ansammlung auf der Wilden Möhre 


 

Insekten – mein neues Beobachtungsfeld

Ganz so neu ist es nicht, denn ich beobachte und dokumentiere fotografisch manches aus jenem Bereich schon seit 2011 und stelle Bilder davon ins Netz.

Doch inzwischen – und nicht viel anders als in den drei Kriegen – schaue ich genauer hin und denke gründlicher über das nach, was ich sehe, im Microkosmos wie auf weltpolitscher Ebene.


Biene auf der Kratzdistel


Bienen auf der Kratzdistel - auf der naturbelassenen Wiese



Tagpfauenauge und Biene



Insekten-Ansammlung auf der Wilden Möhre 


      Der Bienenstich – oder: „Du sollst nicht streicheln,

noch sollst du schmeicheln“, sagte sich der Misanthrop, während er seine Handfläche sanft über einen in voller Blüte stehenden Lavendelstrauch gleiten ließ, im Selbstgespräch, lange nach Augustinus.

Streicheln muss der Einsame nur noch sich selbst, wenn er es hält mit Nietzsche, dem wohl Einsamsten und Einsamen, die dichten und schreiben, denn es erhebt, ist sogar notwendig, um zu überleben – das andere aber überlässt er besser den anderen, die sich hinauf schmeicheln, wenn sie sich nicht hinauf schleimen.

Eidechsen und Schlangen lassen sich nicht streichen, noch reagieren sie gemäß der Erwartung, falls man heuchlerisch zu ihnen spricht.

Solcherlei dachte der Einsame, den man zum Misanthropen gemacht hatte, auf dem Weg in die Natur, als ein Bienchen, das sich von der großen Hand bedroht fühlte, zustach, instinktiv, in Abwehr, um sich dann auch noch den widerhakenden Stachel aus dem Fleisch zu ziehen.

Der Unterarm des Einsamen, der auch nur instinktiv gehandelt hatte, indem er streichelte, wo es nichts zum Streicheln gab, nur so, aus einer Erinnerung heraus, und blieb geschwollen einen ganzen Tag, denn das Gift wirkte und lähmte - wie die Gluthitze jener Sommertage ohne Regen - den Geist und auch die Seele, die schwermütig wird angesichts des Leids in der Welt, gemessen an dem der weckende Bienenstich ein Nichts ist.

Also hat man einen Kuchen nach ihm benannt?



Wildbienen
Amerikanische Biene




     Insekten – mein neues Beobachtungsfeld

Ganz so neu ist es nicht, denn ich beobachte und dokumentiere fotografisch manches aus jenem Bereich schon seit 2011 und stelle Bilder davon ins Netz.

Doch inzwischen – und nicht viel anders als in den drei Kriegen – schaue ich genauer hin und denke gründlicher über das nach, was ich sehe, im Microkosmos wie auf weltpolitscher Ebene.


      Das Leben der Hummel ist kurz, es währt nur einen Sommer

Bestehend nur aus Arbeit, doch im Bereich des Schönen, während der Mensch sich die Welt des Schmutzes ausgesucht, ja, für sich vereinnahmt hat, frei nach dem Motto, je schmutziger, desto besser – gleich dem Kothaufen, der Fliegen magisch anzieht.

Emsig fliegt die Hummel von Blüte zu Blüte, prüft schon im Heranfliegen den Duft, stürzt sich hinein in den Kelch mit dem Pollen, nimmt diesen auf, verstaut ihn im Körbchen und bringt das Geerntete heim in das Erdloch, als Einzelne dem Volk dienend, auch ohne Befehl von oben.

Das hat die Natur so eigenreichtet, weise, wie andere meinen – und ohne über die Welt des Schönen nachdenkend, in welcher diese Handlung sich vollzieht.

Sie erlebt das Schöne, wie es ist, im Schaffen, gleich dem denkenden Dichter im Werk, das für den Schaffenden sinnsetzend ist, das ihn aber auch zerstört, wenn man es ihm die Schaffensbedingungen nimmt.

Wie gleicht doch der Aufklärer von heute der Hummel im Flug?

Unermüdlich schafft auch er, summend brummend, bis zu jenem Tag, an dem man ihm das freie Fliegen versagte! Und das Wirken!

Gottgewollt, in dieser freiesten aller Welten!


Hummeln und Schachbrettfalter



Hummeln und Schachbrettfalter


Hummeln und Käfer


Meine halbzahme Eidechse unter Kräutern im steinernen Garten auf der Jagd nach Insekten



 

Weggeworfener Brotlaib im Brehmbach


 

Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Unser tägliches Brot gib uns heute - Im Auge Gottes: Umweltsünder am Bach, eine neue Geschichte über Müll und Abfall


Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Was den Kindern in Gaza fehlt: das tägliche Brot – hier schwimmt es im Fluss!


Zum Thema: Hunger in der Welt

Aus dem Wald heimkehrend, habe ich es eilig, denn ich trage einen Stein auf dem Rücken, der schwer ist – und meine Kräfte längst nach dem Vier-Stunden Gewaltmatsch den „Berg“ hinan, an den Steinriegeln vorbei, auch noch bei etwas Regen und rutschigem Tonweg. Doch der obligatorische Blick in den Bach am Viadukt neben dem „schönen Ort“, dem – inzwischen verlassenen – Beet, musste sein!

Doch was sahen meine Augen, genau an der Stelle, wo vor kaum zwei Wochen ein deutscher Patriot seinen Schwarz-Rot-Becker aus Pappe oder Plastik entsorgt hatte:

ein Brot, ein ganzes Brot, im Bach,

nicht anders als vor Jahren in der Tauber, wo auch viel Brot im Wasser schwimmt, mehr als Gänse und Ratten fressen können.

Wenn die Rattenplage dann zunimmt, nein, nicht in Hameln, sondern in der Kleinstadt an der Tauber, ist die Verwunderung groß!

Wie es der Zufall will, sah ich dort, wo heute ein deutscher Übermensch und Decadent seinen Überfluss einfach wegwarf oder auch einer von Merkels Gästen, an der gleichen Stelle unter dem Viadukt eine Ratte – vergiftet, in Agonie ihr Leben aushauchen.

Sie zappelte noch im Schmerz, den Rattengift, das wusste auch Agatha Christie, verursacht einen grauenvollen Tod, bei der Ratte, aber auch bei dem Menschen.

In vielen Teilen der Welt herrscht Hunger, Menschen verhungern, weil es dort Kriege gibt, Menschen, die von einem Trump als Müll bezeichnet werden.

In Deutschland ist das „Containern“ angeblich strafbar – das Brot-Wegwerfen aber nicht.

Soviel zu diesem – auch früher hier abgehandelten – Thema in neuer Variation, geschrieben an einem Tag, an dem ich eigentlich pausieren wollte.

 


In Deutschland ist das „Containern“ angeblich strafbar – das Brot-Wegwerfen aber nicht.