| Die Blüte der Königskerze |
Die Königskerze – majestätisch erhaben, eine Wucht der Urnatur!
Die alten Griechen schon schätzten sie als Heilpflanze.
Spät im Leben erst entdeckte sie, abgelenkt durch viele Dinge, neben der Distel und auf der Suche nach dem einfachen Leben.
Aufrecht und schön in einer Gestalt, darüber hinaus auch noch edel, hilfreich bei Krankheit, also gut – dem Menschen ein Vorbild?
Einige wilde Exemplare dieser Spezies habe ich hier angesiedelt, vor meiner Haustür, der – halbzahmen - Eidechse, die auch hier gerne weilt, eine Freude!
Bei mir geht es wahrlich königlich zu –
Ich lebe unter Königskerzen und habe Umgang mit Königen, mit Zaunkönigen.
Der König kommt am Morgen und geht auch wieder; die Kerzen aber bleiben den ganzen
Tag - mit ihrem Gelb der Sonne entgegenleuchtend.
Der steinerne Garten, der auch ein Kräutergarten ist,
das Angenehme mit dem Nützlichen verbindend, das ist mein Garten, klein, aber fein, im Bonsai-Format!
Das Gärtchen auf nur zwei Quadratmetern nur vor der Terrasse, das langsam Gestalt annimmt, Stein für Stein, Strauch für Strauch, ist er ein Garten Eden für die Eidechse, den Dauergast, der schon vor dem Anlegen der Lebensoase da war; für mich aber ist er eine Beobachtungsplattform in meiner neuen Forschungswelt der Insekten, für Pflanzen und Tiere in kleinsten Lebensform und für Phänomene, die ich in all den Jahren der Naturbeobachtung in freier Wildbahn dort so nicht erleben konnte – die jagende Eidechse, die kletternde Eidechse oder die Wespe, die keine Wespe ist.
Was ich früher nie sah, sehe ich jetzt!
Im Politischen war das so – und in den Bereichen der Natur ist es ebenso, man muss nur genauer hinsehen, um Wesentliches zu erkennen.
Der steinerne Garten – Ort der Ruhe und der Kontemplation
Die Steine sind schon da, nur das Wasser fehlt, denn hier gibt es keine Quelle.
Hinzufügen muss ich es, Gott mimend, wenn die Wesen kommen sollen, das das Wasser brauchen, um zu leben.
So sitze ich da, beobachte – und sinne nach bei Wasser und Stein: über das Leben und über die Vergänglichkeit allen Lebens.
| Die Blüte der Königskerze |
| Königskerze |
Der Zaunkönig und die Königskerze
„Ich bin klein und brauche nicht viel“, sagte der Zaunkönig[1]. „Und immer, wenn ich hier vorbeischaue, im dichten Strauch, finde ich etwas, was ich zum Überleben brauche!“
Was er dort fand, konnte die Königskerze[2] nicht wissen, die Erhabene, die groß war, aber verkannt.
„Meine strahlenden Blüten im Gelb der Provence und der Toskana locken Insekten an, manchmal auch Maler; vor allem stehe ich aufrecht, was mich von den meisten Menschen unterscheidet.“
[1] Einer meiner Lieblingsvögel, in der Hierarchie gleich nach dem Rotkehlchen angesiedelt.
Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Der Zaunkönig im Schnee
[2] Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Silberdistel und Königskerze - das Gesicht des Taubertals rund um Tauberbischofsheim
| Eidechse auf der Jagd nach Fliegen zwischen jungen Königskerzen |
| Die Blüte der Königskerze |
Wo Wasser ist, ist Leben
Das sage ich mir täglich, wenn ich den Microkosmos beobachte, eine kleine Welt, die ich mir hier aufgebaut habe, vor der Tür, immer wieder Wasser nachgießend, um Pflanzen wie kleinsten Tieren über die Sommerhitze zu helfen, über den großen Mittag, der alle lähmt, auch den Denkenden, der schreibt.
Drei Auftragswerke verfasste ich über Wasser[1], über das Lebenselixier, ohne dass nichts geht; nicht aus höherer Inspiration oder aus freiem Willen, nur vom Überleben bestimmt in der geistlosen Zeit egomanischer Materialisten.
Hungern kann der Mensch lange, einen Monat sogar, was ich nach eigenen Erfahrungen mit dem Hunger weiß. Ohne Wasser aber ist er – bei allem Öl und Reichtum – nach zwei Tagen tot.
Die Araber in der Wüste, die die kühle Oase lieben, nicht die sengende Sonne im heißen Sand, wissen davon, auch manche Juden; deshalb kämpfen sie für ihr Wasser – mit Öl und Feuer, existenziell …in ferner Erinnerung an die Gärten von Cordoba wie an die sprudelnden Quellen Granadas in der Alhambra.
Mehr als hundert Seiten schrieb Menschheitsgenie Leonardo, der auch über den Stein in Einsamkeit[2] schrieb, über das Wasser.
Nun beißt sich auch bei mir wieder die Schlange in den Schwanz – nach dem Nachdenken über Wasser und den Stein Einsamkeit in Büchern sitze ich nun, fast am Ende meiner Tage, vor dem löchrigen Stein, in Kontemplation, und denke nach über die Wirkung des Wassers und den Stein in der Zeit, beide auf das Leben verweisend.
[1] Carl Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Wasser ist Leben – doch mit kostbarem Trinkwasser spült der Deutsche sein Klo und wäscht am Samstag sein Auto vor Haustür
[2] Mein Werk dazu, dass in der BNP zu Paris eingesehen werden kann, ist schon seit dem Erscheinungsjahr 2015 vergriffen.
| Meine Phalanx aus Königskerzen |
| Steine |
| Noch ein Stein, Sandstein |
| Insekten-Ansammlung auf der Wilden Möhre |
Insekten – mein neues Beobachtungsfeld
Ganz so neu ist es nicht, denn ich beobachte und dokumentiere fotografisch manches aus jenem Bereich schon seit 2011 und stelle Bilder davon ins Netz.
Doch inzwischen – und nicht viel anders als in den drei Kriegen – schaue ich genauer hin und denke gründlicher über das nach, was ich sehe, im Microkosmos wie auf weltpolitscher Ebene.
| Biene auf der Kratzdistel |
| Bienen auf der Kratzdistel - auf der naturbelassenen Wiese |
| Tagpfauenauge und Biene |
| Insekten-Ansammlung auf der Wilden Möhre |
Der Bienenstich – oder: „Du sollst nicht streicheln,
noch sollst du schmeicheln“, sagte sich der Misanthrop, während er seine Handfläche sanft über einen in voller Blüte stehenden Lavendelstrauch gleiten ließ, im Selbstgespräch, lange nach Augustinus.
Streicheln muss der Einsame nur noch sich selbst, wenn er es hält mit Nietzsche, dem wohl Einsamsten und Einsamen, die dichten und schreiben, denn es erhebt, ist sogar notwendig, um zu überleben – das andere aber überlässt er besser den anderen, die sich hinauf schmeicheln, wenn sie sich nicht hinauf schleimen.
Eidechsen und Schlangen lassen sich nicht streichen, noch reagieren sie gemäß der Erwartung, falls man heuchlerisch zu ihnen spricht.
Solcherlei dachte der Einsame, den man zum Misanthropen gemacht hatte, auf dem Weg in die Natur, als ein Bienchen, das sich von der großen Hand bedroht fühlte, zustach, instinktiv, in Abwehr, um sich dann auch noch den widerhakenden Stachel aus dem Fleisch zu ziehen.
Der Unterarm des Einsamen, der auch nur instinktiv gehandelt hatte, indem er streichelte, wo es nichts zum Streicheln gab, nur so, aus einer Erinnerung heraus, und blieb geschwollen einen ganzen Tag, denn das Gift wirkte und lähmte - wie die Gluthitze jener Sommertage ohne Regen - den Geist und auch die Seele, die schwermütig wird angesichts des Leids in der Welt, gemessen an dem der weckende Bienenstich ein Nichts ist.
Also hat man einen Kuchen nach ihm benannt?
| Wildbienen |
| Amerikanische Biene |
Insekten – mein neues Beobachtungsfeld
Ganz so neu ist es nicht, denn ich beobachte und dokumentiere fotografisch manches aus jenem Bereich schon seit 2011 und stelle Bilder davon ins Netz.
Doch inzwischen – und nicht viel anders als in den drei Kriegen – schaue ich genauer hin und denke gründlicher über das nach, was ich sehe, im Microkosmos wie auf weltpolitscher Ebene.
Das Leben der Hummel ist kurz, es währt nur einen Sommer
Bestehend nur aus Arbeit, doch im Bereich des Schönen, während der Mensch sich die Welt des Schmutzes ausgesucht, ja, für sich vereinnahmt hat, frei nach dem Motto, je schmutziger, desto besser – gleich dem Kothaufen, der Fliegen magisch anzieht.
Emsig fliegt die Hummel von Blüte zu Blüte, prüft schon im Heranfliegen den Duft, stürzt sich hinein in den Kelch mit dem Pollen, nimmt diesen auf, verstaut ihn im Körbchen und bringt das Geerntete heim in das Erdloch, als Einzelne dem Volk dienend, auch ohne Befehl von oben.
Das hat die Natur so eigenreichtet, weise, wie andere meinen – und ohne über die Welt des Schönen nachdenkend, in welcher diese Handlung sich vollzieht.
Sie erlebt das Schöne, wie es ist, im Schaffen, gleich dem denkenden Dichter im Werk, das für den Schaffenden sinnsetzend ist, das ihn aber auch zerstört, wenn man es ihm die Schaffensbedingungen nimmt.
Wie gleicht doch der Aufklärer von heute der Hummel im Flug?
Unermüdlich schafft auch er, summend brummend, bis zu jenem Tag, an dem man ihm das freie Fliegen versagte! Und das Wirken!
Gottgewollt, in dieser freiesten aller Welten!
| Hummeln und Schachbrettfalter |
| Hummeln und Schachbrettfalter |
| Hummeln und Käfer |
| Meine halbzahme Eidechse unter Kräutern im steinernen Garten auf der Jagd nach Insekten |
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