| Die Blüte der Königskerze |
| Königskerze |
Der Zaunkönig und die Königskerze
„Ich bin klein und brauche nicht viel“, sagte der Zaunkönig[1].
„Und immer, wenn ich hier vorbeischaue, im dichten Strauch, finde ich etwas,
was ich zum Überleben brauche!“
Was er dort fand, konnte die Königskerze[2]
nicht wissen, die Erhabene, die groß war, aber verkannt.
„Meine strahlenden Blüten im Gelb der Provence und der Toskana locken
Insekten an, manchmal auch Maler; vor allem stehe ich aufrecht, was mich von
den meisten Menschen unterscheidet.“
[1] Einer meiner Lieblingsvögel,
in der Hierarchie gleich nach dem Rotkehlchen angesiedelt.
Carl
Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Der Zaunkönig
im Schnee
[2] Carl
Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Silberdistel
und Königskerze - das Gesicht des Taubertals rund um Tauberbischofsheim
| Eidechse auf der Jagd nach Fliegen zwischen jungen Königskerzen |
| Die Blüte der Königskerze |
Wo Wasser ist, ist Leben
Das sage ich mir täglich, wenn ich den Microkosmos beobachte, eine kleine Welt,
die ich mir hier aufgebaut habe, vor der Tür, immer wieder Wasser nachgießend,
um Pflanzen wie kleinsten Tieren über die Sommerhitze zu helfen, über den großen
Mittag, der alle lähmt, auch den Denkenden, der schreibt.
Drei Auftragswerke verfasste ich über Wasser[1], über das Lebenselixier,
ohne dass nichts geht; nicht aus höherer Inspiration oder aus freiem Willen,
nur vom Überleben bestimmt in der geistlosen Zeit egomanischer Materialisten.
Hungern kann der Mensch lange, einen Monat sogar, was ich nach eigenen Erfahrungen
mit dem Hunger weiß. Ohne Wasser aber ist er – bei allem Öl und Reichtum – nach
zwei Tagen tot.
Die Araber in der Wüste, die die kühle Oase lieben, nicht die sengende Sonne
im heißen Sand, wissen davon, auch manche Juden; deshalb kämpfen sie für ihr
Wasser – mit Öl und Feuer, existenziell …in ferner Erinnerung an die Gärten von
Cordoba wie an die sprudelnden Quellen Granadas in der Alhambra.
Mehr als hundert Seiten schrieb Menschheitsgenie Leonardo, der auch über den
Stein in Einsamkeit[2] schrieb,
über das Wasser.
Nun beißt sich auch bei mir wieder die Schlange in den Schwanz – nach dem
Nachdenken über Wasser und den Stein Einsamkeit in Büchern sitze ich nun, fast
am Ende meiner Tage, vor dem löchrigen Stein, in Kontemplation, und denke nach über
die Wirkung des Wassers und den Stein in der Zeit, beide auf das Leben verweisend.
[1] Carl
Gibsons Blog für Literatur, Geschichte, Politik und Zeitkritik: Wasser ist
Leben – doch mit kostbarem Trinkwasser spült der Deutsche sein Klo und wäscht
am Samstag sein Auto vor Haustür
[2] Mein Werk dazu, dass in
der BNP zu Paris eingesehen werden kann, ist schon seit dem Erscheinungsjahr 2015
vergriffen.
| Meine Phalanx aus Königskerzen |
| Steine |
| Noch ein Stein, Sandstein |
Die Königskerze – majestätisch erhaben, eine Wucht der Urnatur!
Die alten Griechen schon schätzten sie als Heilpflanze.
Spät im Leben erst entdeckte sie, abgelenkt durch viele Dinge, neben der Distel und auf der Suche nach dem einfachen Leben.
Aufrecht und schön in einer Gestalt, darüber hinaus auch noch edel, hilfreich bei Krankheit, also gut – dem Menschen ein Vorbild?
Einige wilde Exemplare dieser Spezies habe ich hier angesiedelt, vor meiner Haustür, der – halbzahmen - Eidechse, die auch hier gerne weilt, eine Freude!
Bei mir geht es wahrlich königlich zu –
Ich lebe unter Königskerzen und habe Umgang mit Königen, mit Zaunkönigen. Der König kommt am Morgen und geht auch wieder; die Kerzen aber bleiben den ganzen Tag - mit ihrem Gelb der Sonne entgegenleuchtend.
Der steinerne Garten, der auch ein Kräutergarten ist,
das Angenehme mit dem Nützlichen verbindend, das ist mein Garten, klein, aber fein, im Bonsai-Format!
Das Gärtchen auf nur zwei Quadratmetern nur vor der Terrasse, das langsam Gestalt annimmt, Stein für Stein, Strauch für Strauch, ist er ein Garten Eden für die Eidechse, den Dauergast, der schon vor dem Anlegen der Lebensoase da war; für mich aber ist er eine Beobachtungsplattform in meiner neuen Forschungswelt der Insekten, für Pflanzen und Tiere in kleinsten Lebensform und für Phänomene, die ich in all den Jahren der Naturbeobachtung in freier Wildbahn dort so nicht erleben konnte – die jagende Eidechse, die kletternde Eidechse oder die Wespe, die keine Wespe ist.
Was ich früher nie sah, sehe ich jetzt!
Im Politischen war das so – und in den Bereichen der Natur ist es ebenso, man muss nur genauer hinsehen, um Wesentliches zu erkennen.
Der steinerne Garten – Ort der Ruhe und der Kontemplation
Die Steine sind schon da, nur das Wasser fehlt, denn hier gibt es keine Quelle.
Hinzufügen muss ich es, Gott mimend, wenn die Wesen kommen sollen, das das Wasser brauchen, um zu leben.
So sitze ich da, beobachte – und sinne nach bei Wasser und Stein: über das Leben und über die Vergänglichkeit allen Lebens.
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