Sonntag, 28. August 2011

Herbstzeit ist Pilzzeit - Doppelgänger, ungenießbare und giftige Pilze im deutschen Wald

 Herbstzeit ist Pilzzeit - Doppelgänger, ungenießbare und giftige Pilze im deutschen Wald




Nach den einmaligen Steinpilzfunden in den letzten Wochen zog es uns noch mehrfach in den Wald.

Erstaunlich:

Die Steinpilze waren auf einen Schlag wie vom Erdboden verschwunden.

Dafür sprossen die "Gallenröhrlinge" in großer Zahl.
Ein Hinweis auf die Bitterkeit des Daseins?

Da keiner die Bitterpilze mitnimmt, bekommt man viele davon zu Gesicht, in klassischer Ausprägung und in skurrilen Erscheinungsformen.

Alles hat seine Zeit, auch in der Natur.




Eine kleine Nacktschnecke frisst sich durch den zarten Perlpilz.

Der Pilz-Wald:
ein Schlaraffenland aus der Sicht der Schnecken und Käfer.
Ihnen ist sogar manches "Gift" egal.



Ist das nun der tödliche "Kollenblätterpilz" oder nicht?
Letzte Gewissheit ist beim Hobby-Sammlen kaum zu erzielen.
Im Zweifel: den Pilz ignorieren, stehen lassen, aber nicht unbedingt zertreten oder zerstören, da sonst die Waldflora leidet.


Was ist das - ein Scheidenstreifling?
Verwechslungen essbarer Pilze mit hochgiftigen Artgensossen, hier etwa mit dem Pantherpilz, sind vor allem dann möglich, wenn man die Giftigen noch nie zu Gesicht bekommen hat. Oft fehlen sie auch in Bestimmungsbüchern.


Nützliche Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pantherpilz


http://de.wikipedia.org/wiki/Wulstlinge



Gallenröhrling, auch "Bitterpilz" genannt,
der Doppelgänger der edlen Steinpilze.

Auf den ersten Blick erscheint er wie ein Steinpilz, er schmeckt aber bitter und ist ungenießbar.



Erst sammeln und danach daheim bestimmen und putzen?
Bestimmt nicht!
Wenn unterschiedlich erfahrene Pilz-Freunde ihre Funde in einen Korb werfen, dann kann es sein, dass Pilze zerbrechen und Stiel oder Hut des Gallenröhrlings unter die Steinpilze geraten.
Das verdirbt den Schmaus
und alle Arbeit war umsonst!



Riesiger Lamellen-Pilz am Waldrand.



Samtfuß-Krempling - Schönheit in Brauntönen.


i
Schmetterlingsporling -
im Reisig, dort wo Baumstämme über Jahre vor sich hinfaulen,
ist er anzutreffen,
bunt und ungenießbar.


Baumpilz am morschen Stamm



Käfer in seinem Element.


Alle Fotos: Monika Nickel

Copyright: Carl Gibson. Alle Rechte vorbehalten.





Samstag, 20. August 2011

Steinpilze im deutschen Wald - die Königsklasse für Feinschmecker


Steinpilze im deutschen Wald - die Königsklasse für Feinschmecker

 


Seit meiner Kindheit faszinieren mich Pilze. Im Banat gab es nur wenige Sorten, die ich zu Gesicht bekam. In der Regel war es der Feld-Egerling, auch Champignon genannt, der auf der Hutweide vorkam, wo die Schafe der Rumänen weideten.

Gerade gestern entdeckte ich einen dieser Wiesen-Champignons auf einem Waldweg, inmitten von kleinen Steichchen in harter Erde.
Er hatte sich diesen Un-Ort ausgesucht.

Pilze werfen viele Fragen auf - und sie faszinieren, eben weil sie auch täuschen können und weil sie den Menschen an eine Grenze führen, wo der Zufall regiert und über Leben und Sternben entscheidet.

Letzte Gewißheit gibt es nicht - ein Bitterpilz unter vielen Steinpilzen macht die gesamte Pilzpfanne bitter.
Ein Giftpilz unter anderen Mischpilzen kann unser Leben beenden.

Deshalb ist Vorsicht angesagt!

Mir begegneten oft Pilzsucher, die "nur" Steinpilze sammelten.
Sie wollten kein Risiko eingehen.

Der Steinpilz hat eine fast unverwechselbare Form - und gibt Sicherheit.
Außerdem schmeckt er hervorragend!



Steinpilze im Nadelwald





Guter Grund zum Frohlocken - wer solche Stellen findet, braucht nicht lange zu suchen:
die Abendmahlzeit ist gerettet!



Steinpilze - das Wurzelwerk (Myzel) sollte immer im Wald verbleiben,
damit Nachkommen entstehen.




Dinner für Zwei!?
Steinpilze kann man in Scheiben schneiden und "panieren"
oder klassisch in Butter mit Zweibeln anbraten und mit Sahne abrunden -
in teuren Restaurants gibt es oft nur Zwiebeln mit Petersilienlaub und einen Hauch von Steinpilzen
statt "Pilze satt".


Edler Steinpilz -
in den Jahren nach dem Atom-Supergau in Tschernobyl 1986 war das Pilzesammeln gesundheitsgefährlich, da sehr viel radioaktives Material in Pilzen und Wild angereichert wurde.
Auch heute ist das Wild in bestimmten Regionen noch belastet,
wohl auch die Pilze.
Also: Genuß in Maßen!
wer sich nicht selbst einen Nimbus zulegen will, um zu erstrahlen wie eine Madonna,
der sollte nur das aus der Natur mittnehmen, was einer Gesundheit und seinem wohlbefinden zuträglich ist.
In bestimmten Gegenden gibt es Mengenbeschränkungen für das Sammeln von "Schwammerl".




Welch ein Anblick - ein Glücksgefühl!

Die einen suchen mit geriger Hand nach goldnen Schätzen
und sind dann froh,
wenn sie Regenwürmer finden,
die anderen waschen Gold aus dem Fluss,
sie spielen Lotto
oder in Las Vegas,
sie suchen auf dem Meeresboden nach Münzen und Amphoren,
sie gehen an die Börse
auf der Suche nach Efüllung und Lebensglück:

Andere freuen sich, wennsie einen Steinpilz zu Gesicht bekommen in Vorfreude auf die lukullischen Genüsse danach.

So verschieden wie die Pilze sind, so unterschiedlich sind die Menschen!



Einsamer Steinpilz im Wald, der bald in Zweisamkeit leben wird.

Noch kennt er seine endgültige Bestimmung nicht:
Was hat die Vorsehung mit ihm vor?
Wird eine Schnecke nahen und ihn in seine Elemente auflösen
oder
wird er im Bauch eines Philosophen landen
und
der Menschheit so zu höherer Erkenntnis verhelfen?




Miteinander - diese Steinpilze in zivilisierter Kultur sind geselliger als manche Menschen.



Krumm oder gerade - wohlschmeckend sind sie beide!





Riesen-Pilz vor dem Zerfall:
außen hui,
innen pfui!?

Manchmal ist der Wurm drin - auch das hat die Natur so gewollt.
Pilze zerfallen schon nach tagen, auch ohne fremde Einwirkung.



Steinpilze - Bild ohne Worte.




Zwillinge?
Klein aber fein!




Steinpilze vor dem Putzen und Trocknen,
An einem luftigen Ort  im Schatten lassen sich Steinpilze gut trocknen - für die Soße im Winter.



Die Ernte aus der Überfülle der Natur.
Danke!

In den meisten Jahren meines Pilzsammlerdaseins fand ich kaum einen Steinpilz.
Die beiden letzten Jahre brachten die Wende - und die Freude ist immer wieder neu!

Alle Fotos von Monika Nickel. 


©Carl Gibson. Alle Rechte vorbehalten.
















Wald-Pilze vor der Kamera - Faszination, Leidenschaft, Naturverbundenheit

Wald-Pilze vor der Kamera - Faszination, Leidenschaft, Naturverbundenheit


Aus der Dunkelheit ans Licht



Ein Pilz schlüpft aus dem Unterholz.

Es gibt Hobbys, die gefährlich sind. Sie können ins Auge gehen. Bergsteigen, Klettern, Fallschirmspringen, die Wahrheit sagen - und der Umgang mit "gefährlichen Dingen" aller Art.
Pilze gehören dazu.

Wer sich auf Pilze einlässt, muss kein Hasardeur sein; aber er sollte sich auskennen und Risiken vermeiden.

Hier sind einige nützliche Links, die den Genuss ermöglichen und vor Vergiftungen bewahren:


Noch wichtiger:


Erst kundig machen, dannn sammeln!






Flaschenstäublinge


Klebriger Hörnling


Zwei Nacktschnecken bei der Mahlzeit


In luftiger Höhe - ein Röhrlimg auf dem Baumstumpf.


Käfer im Wald



Schön ist er - und giftig: der Fliegenpilz.



Röhrling an der Baumwurzel.



Unter Fichten und Tannen - Röhrlinge.


Pilze (hier Hallimasche) sprießen auch auf Lichtungen, wo vor Jahren Bäume gefällt wurden.



Perlpilz



Pilze gehören in einen luftigen Korb, nicht in die Plastik-Tüte, da sie dort schwitzen und Gifte ausbilden können.



Hexenröhrlinge


Perlpilz - wohlschmeckender Speisepilz.



Fliegenpilze - die Farben können leicht variieren.


Zerfallende Trichterlinge.
Solche Pilze sollten nicht achtlos zertreten werden.
Verantwortungsvolle Pilzdreunde tragen nur das aus dem Wald,
was sie noch am gleichen Tag verzehren.


Genau hinsehen
Im jungen Stadium kann man edele Speisepilze mit ihren ( auch giftigen) Doppelgängern verwechseln.
Ein Gallenröhrling in der Steinpilz-Pfanne macht alle Pilze bitter.

Boviste im Reisig auf der Lichtung -
Sind sie genießbar oder nicht? Da scheiden sich die Geister!





Das Schöne hat viele Erscheinungsformen - hier: Vogelbeerenstruach am Waldrand in Hohenlohe.

Den Steinpilzen widme ich einen eigen Blogbeitrag:

http://carlgibsonsnaturundleben-blog.blogspot.com/2011/08/steinpilze-im-deutschen-wald-die.html




Alle Fotos: Carl Gibson

©Carl Gibson. Alle Rechte vorbehalten.

Montag, 15. August 2011

Pilze in deutschen Wäldern entdecken und sammeln

 

Pilze in deutschen Wäldern entdecken und sammeln






Pilze - Bescheuniger des Zerfalls.

Pilze lieben Feuchtigkeit und Wärme - und sie sprießen nahezu überall im deutschen Wald
fast das ganze Jahr hindurch
in Laub- und Mischwäldern,
vor allem aber in jungen Nadelholzbeständen und im Hochwald.
Ein Genuss für Naturfreunde, Ästehten und Feinschmecker.



Steinpilz - die Krönung des Pilzgenusses.




Fliegenpilz




Austernartige Pilze


Perlspilz   Ähnlichkeit mit dem Panther-Pilz ( tödlich giftig)


Fliegenpilz, frühes Stadium


Lamellen-Pilz


Röhrling


Trichterling



Pilzkolonie am verrottenden Baumholz


Hypertropher Pilz ( vermutlich ungenießbar)


Pilze (Schwämme) zersetzen Baumstumpf


Baumpilz


Der Schwarzwald - ideale Pilzlandschaft.





Steinpilz-Kolonie im jungen Fichtenbestand.
Funde dieser Art lassen das Herz jedes Pilzsammlers höher schlagen.


Die auf diesem Blog veröffentlichten Pilzfotos wurden überwiegend in den Wäldern der Hohenloher Gegend aufgenommen.


Wo suchte ich bisher Pilze - und welche Pilzsorten konnte ich finden?

Im Remstal ( Nadelwald) zwischen Schorndorf und Schwäbisch-Gmünd: Steinpilze, Rörlinge,

im Gramschatzer Wald nördlich von Würzburg: Parasolpilze, Safranschirmpilz, weiße, hochgiftige Knollenblätterpilze,

im Schwarzwald zwischen Freudenstadt und Basel: Steinpilze, Röhrlinge aller Art,

im Odenwald und Spessart nördlich von Eberbach gen Hesseneck: Pfifferlinge, Maronenröhrlinge, Steinpilze,

im Montafon in den österreichischen Alpen bei Gargellen: Röhrlinge, Steinpilze,

im Thüringer Wald: Steinpilze, Röhrlinge.

Am Wegrand bei Spaziergängen im Taubergrund: Tintlinge, Flaschstäublinge, Trichterlinge,
auf Wiesen und in Parks: Egerlinge, (Feldchampignons),
in Hohenlohe:Waldchampignons, Pilze aller Art.

Steinpilze kann man trocknen.



Alle Fotos: Monika Nickel


Dort weitere Details und Warnhinweise.


©Carl Gibson. Alle Rechte vorbehalten.